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    Es war einmal...

Die Österreichische Zollwache bestand 174 Jahre, ehe der Exekutivwachkörper am 30. April 2004 durch eine politische Entscheidung aufgelassen wurde.

Am 24. Oktober 1829 wurde nach langen Verhandlungen durch kaiserliche Entschließung und mit Hofkammerdekret vom 10. Oktober 1830 ein nicht mehr dem Militär, sondern der k.k. Hofkammer unterstehender uniformierter und bewaffneter Zivilwachkörper mit der Bezeichnung " k.k. Grenzjäger" aufgestellt und somit die erste Exekutive Österreichs geschaffen. Die k.k. Grenzjäger hatten die Aufgabe den Waren- und Personenverkehr über die Grenze zu überwachen. Da die Grenzwache ´sich bewährte, wurde zum Zwecke der Verhinderung und Aufdeckung von Gefällsübertretung im Innland mittels Hofkammerdekret vom 22. April 1835 die "k.k. Gefällenwache" aufgestellt. Die beiden Wachkörper wiesen im Jahre 1835 einen Personalstand von 22.662 auf. 1843 wurden die k.k. Grenzjäger" und die "k.k. Gefällenwache" zu einem einheitlichen Wachkörper unter dem Titel "k.k. Finanzwache" bzw. "guardia di finanza" vereinigt und ihre Gliederung erfolgte nun in Finanzwachabteilungen. Dieser Wachkörper bestand dann bis zum Jahre 1920.

Mit der Kriegserklärung Österreichs an Serbien im Jahre 1914 wurde die Finanzwache an vorderster Font eingesetzt und erntet für ihre hingebungsvolle Leistungen durch das k.k. Armee-Oberkommando volle Anerkennung. Im Jahre 1920 kam es zu einer Trennung der Finanzwache in die Zollwache und den Steueraufsichtsdienst. Der Begriff "Zollwache" wurde erstmals im Zollgesetz 1920 verwendet. Die Vollzugsanweisung zum Zollgesetz 1920 führt aus, dass die Zollwache ein uniformierter, bewaffneter Wachkörper ist, dem die Beaufsichtigung des Verkehrs über die Zollgrenze und der Hilfsdienst beim Zollverfahren obliegt.  In den Dreißiger-Jahren kam es auf Grund der tristen wirtschaftlichen Lage Österreichs an der ungarischen Grenze zum Schmuggel bis dahin ungeahntem Ausmaß, dem die Zollwache nur mit Unterstützung des Militärs begegnen konnte. Einige Tage nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich wurde die Zollwache in die deutsche Reichsfinanzverwaltung eingegliedert. Im Frühjahr 1945, nach dem Kriegsende, ging man unter größten Schwierigkeiten an den Aufbau einer Zollverwaltung. Trotz der Schwierigkeiten konnte ein nicht voll ausgerüstetes und nur mangelhaft uniformiertes Zollwache-Korps aufgestellt werden, das ihren gefährlichen Dienst versah.

Aber schon ein Jahr nach der feierlichen Unterzeichnung des Staatsvertrages konnte die Zollwache, einheitlich bewaffnet und uniformiert, eine Bewährungsprobe an der Ostgrenze, nämlich die Massenflucht nach Österreich während des Volksaufstandes in Ungarn, bestehen. Im Herbst 1989 war die Zollwache mit vielfachen Problemen im Zuge des Falls des "Eisernen Vorhangs" konfrontiert, welche meisterhaft gelöst wurden. Im Frühsommer 1991, während der sog. Jugoslawienkrise, war die Zollwache an der Südgrenze Österreichs mit kriegsähnlichen Zuständen konfrontiert und wurde später durch das Bundesheer und die Bundesgendarmerie unterstützt. Am 1. Jänner 1995 trat Österreich der Europäischen Union bei, was vor allem im Bereich der Zollwache Umstrukturierungsmaßnahmen zu Folge hatte. Eine schwere Zeit für das Korps der Zollwache war angebrochen. Trotz unermüdlichen Einsatzes, engagierter Mitarbeiter und großer Aufgriffserfolge wurde die Zollwache mit 30. April 2004 aufgelöst.

Detaillierte und umfassende Aufzeichnungen aus dem Zöllner-Dasein sind auch dem informativen Buch "Geschichte der Kärntner Zollverwaltung" (Autor: Ernst Seidl) zu entnehmen.

 
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